

Wein meets … Zauber der Jahreszeiten
Wann wir am liebsten auf Weinreise gehen

Mal ehrlich: Brauchen wir wirklich einen Grund, um mit dem Wohnmobil in eine Weinregion zu fahren?
Eigentlich nicht. Aber je nach Jahreszeit gibt es verdammt gute Argumente dafür. Im Frühling locken blühende Mandelbäume, im Sommer warten lange Abende beim Winzer, im Herbst duftet es nach Federweißer und frisch geernteten Trauben. Und im Winter? Da haben wir endlich Zeit, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren: guten Wein, gutes Essen und die schönen Dinge, für die im Alltag oft zu wenig Zeit bleibt.
Wir finden: Weinreisen haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz. Manchmal muss man nur wissen, wohin die Reise gehen soll.
Mit den Jahreszeiten wandelt sich der Wein – und jede Region öffnet ein neues Fenster seines Zaubers
Frühling in den Weinbergen: Raus aus dem Winter, rein ins Wohnmobil
Wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen den Winter vertreiben, zieht es uns wieder nach draußen. Die Wanderschuhe kommen aus dem Schrank, das Wohnmobil wird startklar gemacht und plötzlich sieht die Welt schon wieder nach Urlaub aus.
In der Pfalz blühen die Mandelbäume entlang der Deutschen Weinstraße, an der Mosel zeigen sich die ersten grünen Triebe und am Mittelrhein wird es Zeit für die erste Wanderung mit Blick auf Fluss, Burgen und Weinberge. Auch Saale-Unstrut ist jetzt einen Abstecher wert. Die Landschaft wirkt noch ein bisschen unaufgeregt, die Weinorte laden zum Bummeln ein und wir entdecken eine Weinregion, die längst nicht jeder auf dem Zettel hat.
Im Frühling müssen wir noch nicht jeden Tag am Wasser oder auf einem Weinfest verbringen. Viel schöner ist es, einfach loszuziehen, unterwegs anzuhalten und dort einzukehren, wo es uns gefällt. Vielleicht landen wir bei einem Winzer, dessen Weine wir noch nicht kennen. Vielleicht entdecken wir einen kleinen Ort, in dem wir eigentlich nur kurz bleiben wollten. Genau solche Tage mögen wir.
Sommer, Sonne, Wein im Glas: Jetzt spielt sich alles draußen ab
Sobald die Temperaturen steigen, verlagert sich das Leben nach draußen. Jetzt dürfen die Etappen etwas länger werden, die Abende sowieso.
Baden lockt mit sonnigen Weinbergen und Burgunderweinen, in Württemberg gehören gemütliche Besenwirtschaften zum Reise-programm und in der Pfalz lässt sich ein Glas Wein wunderbar mit regionaler Küche verbinden.
Wer lieber am Fluss unterwegs ist, nimmt Kurs auf Mosel oder Rhein. Tagsüber radeln wir am Wasser entlang, erkunden kleine Weinorte oder schnüren die Wanderschuhe. Abends sitzen wir beim Winzer oder vor dem Camper und überlegen, ob wir morgen wirklich schon weiterfahren müssen.
Und dann ist da noch Italien. In der Toskana schmecken die Sommerabende nach Urlaub, langen Mahlzeiten und einem Glas Wein, das wir nicht nebenbei trinken. Wir müssen dafür gar nicht jeden Tag ein neues Ziel ansteuern. Ein paar Tage in derselben Gegend, ein Besuch beim Weingut und zwischendurch ein Bummel durch die kleinen Orte reichen oft völlig aus. Schließlich sind wir nicht auf der Flucht.
Weinlese, Federweißer und goldene Reben: Der Herbst schmeckt nach Wein
Wenn die Tage langsam kürzer werden, beginnt für uns eine der spannendsten Zeiten des Weinjahres. In den Weinbergen wird geerntet, auf den Weingütern herrscht Betrieb und vielerorts dreht sich alles um den neuen Jahrgang. Jetzt schmeckt der Federweißer in der Pfalz besonders gut, im Rheingau dreht sich vieles um Riesling und Spätburgunder und in Franken gehört der Silvaner einfach dazu. Wer Glück hat, erlebt die Weinlese aus nächster Nähe und bekommt einen Eindruck davon, wie viel Arbeit in einer Flasche Wein steckt. Ein Gespräch mit dem Winzer ist dann oft mindestens so interessant wie die anschließende Weinprobe.
Auch Österreich ist im Herbst eine Reise wert. In der Wachau leuchten die Weinberge über der Donau, während in Südtirol die Törggelezeit beginnt. Kastanien, herzhafte Gerichte und junger Wein machen Lust auf lange Abende in gemütlichen Stuben. Im Piemont wird es ebenfalls kulinarisch: Trüffel, regionale Spezialitäten und kräftige Rotweine passen bestens zu den kühleren Tagen.
Wir würden uns auf jeden Fall lieber eine Gegend in Ruhe vornehmen, statt möglichst viele Kilometer abzuspulen. Denn wenn wir schon beim Winzer einkehren, wollen wir schließlich auch Zeit zum Probieren haben.

Winter in den Weinregionen: Weniger Trubel, mehr Zeit für Wein
Im Winter wird es in vielen Weinregionen stiller. Die Reben stehen kahl an den Hängen, die Tage sind kurz und manche Weingüter öffnen nur nach vorheriger Anmeldung.
Das ist nicht unbedingt die Zeit für ein vollgepacktes Ausflugsprogramm. Dafür entdecken wir Orte von einer ganz anderen Seite.
An der Mosel liegt vielleicht Nebel über dem Fluss, im Elsass duftet es in den Restaurants nach Flammkuchen und im Piemont wird aus einem kalten Tag schnell ein guter Grund für ein ausgedehntes Essen.
Natürlich müssen wir in der kalten Jahreszeit genauer hinschauen. Nicht jeder Stellplatz ist geöffnet, nicht jede Weinstube hat Saison und auch die Winzer brauchen nach der Ernte einmal Zeit zum Durchatmen.
Dafür erleben wir die Regionen ruhiger und haben oft mehr Gelegenheit, mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.
Die beste Jahreszeit? Wenn wir Lust auf Wein haben
Am Ende gibt es für uns ohnehin nicht die eine perfekte Jahreszeit für eine Weinreise. Es kommt darauf an, worauf wir Lust haben. Auf blühende Landschaften, lange Sommerabende, den Trubel der Weinlese oder ein ruhiges Wochenende mit gutem Essen und einer Flasche Wein, die wir unterwegs entdeckt haben.
Und das Schöne daran: Die nächste Weinregion wartet schon. Wir müssen uns nur entscheiden, in welche Richtung wir das Wohnmobil diesmal lenken.
Lust bekommen, die nächste Weinregion mit dem Wohnmobil zu entdecken?
Von der Mosel über die Pfalz bis nach Franken warten in Deutschland 13 Weinanbaugebiete mit ganz unterschiedlichen Landschaften, Weinen und Lieblingsplätzen.
Wir zeigen euch, welche Regionen sich für eure nächste Tour lohnen und wo wir auf Entdeckungsreise gehen würden.

